Lustige Geschichten
Lustige Geschichten

 

Aus der Serie "Jan, Wilmar und die Zeitmaschine"

 

Die "Erfinder-Kinder"

Die beiden Freunde Jan und Wilmar wohnen in einem Naturschutzgebiet mit vielen Hügeln, kleinen Wäldern und Seen. Als sie sich auf einer Klassenfahrt in einem Schullandheim angefreundet haben, waren sie gerade sieben Jahre alt.

Das ist jetzt drei Jahre her. Seit dem unternehmen sie fast alles gemeinsam. Am liebsten erfinden sie verrückte Dinge wie zum Beispiel ein Haus, dass man auf- und abbauen kann, oder eine Maschine, die den Hof kehrt.

 

Im Flugmobil zu Jan

Wilmar ist ein bischen größer als Jan, hat kurze blonde Haare und unzählige Sommersprossen um die Nase. Heute ist er besonders gut gelaunt, denn ab heute bleibt er eine ganze Woche bei Jan. Der Koffer ist bereits gepackt. Er hat sich schon lange darauf gefreut, seinen Freund wiederzusehen.

Nun geht zu seinem Flugmobil. Bei dieser Erfindung handelt es sich um ein Auto, dass er vor langer Zeit einmal zu einem kleinen Flugzeug umgebaut hat. Er verstaut seinen Koffer im Kofferraum. Dann setzte er sich auf den Fahrersitz, zieht einen Hebel, und braust davon. Über Felder, Wiesen und Wälder geht der Flug.

 

Die Zeitmaschine

Eine Stunde später kommt er an der kleinen Holzhütte am Waldrand an. Jan wartet schon auf ihn. „Hallo Wilmar, schön dass du mich mal wieder besuchst!“ begrüßt ihn Jan. Er sieht heute mit seinen lockigen braunen Haaren und dem roten Käppi besonders lustig aus. „Das finde ich auch!“ erwidert Wilmar. „Komm doch herein, Wilmar!“ sagt Jan. Die beiden gehen ins Haus.

„Du hast es aber schön hier!“ lobt Wilmar. „Ja, ich habe meine Wohnung erst vor kurzem neu einrichten lassen!“ erklärt Jan stolz. „Seit wann hast du denn diesen großen Kasten in der Küche stehen?“ wundert sich Wilmar. „Das ist meine neueste Erfindung!“ erwidert Jan. „Um genauer zu sein: Es ist eine Zeitmaschine! Soll ich dir mal das Innere zeigen?“ „Da kann man reingehen?“ fragt Wilmar verwundert. „Na klar! Sonst könnte man ja nicht in der Zeit reisen.“

 

So viele Hebel!

Jan holt ein Schlüsselbund aus seiner Tasche hervor und steckt einen mit Zeichen verzierten Schlüssel ins Schloss. Knarrend schwingt die Tür auf. „Mist! Ich hab schon wieder vergessen, die Tür zu ölen!“ flucht Jan vor sich hin. Dann betritt er die Zeitmaschine. Wilmar folgt ihm. Staunend betrachtet er die Wände. Hunderte von Knöpfen und Hebeln sind dort zu sehen. Jan geht auf ein kleines Feld zu, das wie ein Taschenrechner aussieht.

„Das ist das Feld, in dem man die Jahreszahl und den Ort einstellt, zu dem man Reisen möchte!“ erklärt Jan. „Wenn ich hier zum Beispiel „China“ eingebe, und dort die Jahreszahl „221 vor Christus“, (da hat übrigens der erste Kaiser Qin Shihuangdi gelebt) und ich dann diesen Hebel nach rechts drücke, geht die Reise los in die Vergangenheit.“ „Und was macht man mit diesen kleineren Hebeln hier?“ fragt Wilmar und zeigt auf ein paar kleine rote Hebel hinter sich. „Ach, die sind nicht so wichtig.“ erwidert Jan. „Damit aktivierst du das Schutzschild, die Scheinwerfer, den Unsichtbarkeits-Mechanismus und das automatische Türschloss.“

 

Das Mißgeschick

Staunend weicht Wilmar einen Schritt zurück und kommt aus Versehen gegen den großen Hebel neben dem Eingabefeld. Die Maschine beginnt augenblicklich zu summen und zu wackeln. „Schnell raus hier!“ schreit Jan gegen den Lärm an und rennt auf die Tür zu.

Dabei stößt er aber gegen einen der kleinen roten Hebel. Sofort wird dass automatische Türschloss aktiviert und verriegelt die Tür. Die Maschine wackelt und rappelt immer stärker, sodass Jan und Wilmar umstürzen. Das Getöse dauert ungefähr zehn Sekunden, dann wird es plötzlich wieder still.

 

Die Chinesische Mauer

Wilmar rappelt sich auf und schaltet das automatische Türschloss ab. Dann öffnet er die Tür. Doch er schlägt sie gleich wieder zu. „Jan! Jan! Steh auf! Da ist eine große Mauer vor der Maschine!“

Jan schaut auch zur Tür hinaus. „Ich glaube, das ist die Chinesischen Mauer.“ sagt er. Vorsichtig steigt er aus der Maschine. Sie sind tatsächlich an einem Waldrand direkt an der Chinesischen Mauer gelandet.

 

Die Wachen kommen!

Nun kommt auch Wilmar zu ihm. Vorsichtig gehen sie auf die Mauer zu. Plötzlich springt Jan hinter einen Busch und zieht Wilmar mit sich. „Was ist?“ fragt Wilmar. „Pssst! Ich glaube die Wachen haben uns entdeckt!“ flüstert Jan. Und tatsächlich: Die Wache verlässt ihren Posten und kommt durch das große Tor auf sie zu. Hinter ihr folgen mehrere bewaffnete Soldaten. „Oh nein!“ stöhnt Wilmar.

Da tippt ihm jemand auf die Schulter. Erschrocken dreht sich Wilmar um. Ein freundlicher Bauer steht hinter ihnen. „Wer sind sie?“ fragt Jan. „Keine Zeit zum reden, wir müssen hier weg!“ zischt der Bauer und zieht sie mit sich in den Wald hinein.

 

Neue Bekanntschaft

Auf der anderen Seite steht ein großes Bauernhaus. Eine Frau steht auf einem Feld und erntet Reis. Da kommt ein Junge über eine Wiese auf sie zugelaufen. „Papa, wer sind die beiden?“ fragt er. „Ich weiß nicht, ich hab sie eben nur vor den Wachen gerettet.“ „Sind das unsere Feinde, die Nomaden?“ fragt der Junge. Der Bauer zuckte mit den Schultern und wandte sich an Wilmar und Jan. „Seit ihr Nomaden?“ „Nein!“ antwortete Wilmar und schüttelte den Kopf. „Wir sind Europäer!“

„Und warum seid ihr hier?“ fragt der Bauer. „Das war Zufall!“ erklärt Jan. Dann erzählen die beiden dem verdutzten Bauer die ganze Geschichte mit der Zeitmaschine. Der Bauer schüttelt ungläubig den Kopf. „Ich weiß nicht, ob ich das glauben soll!“ sagt er zu Wilmar und Jan. „Habt ihr vielleicht zu viel getrunken?“ „Nein, wir sagen die Wahrheit!“ erwidert Wilmar. „Könnten sie uns vielleicht mal die große Stadt hinter der großen Mauer zeigen?“ fragt Jan. „Das lässt sich machen!“ antwortet der Bauer.

 

Reis mit Soße!

„Essen!“ ruft die Bäuerin aus dem Fenster des Bauernhauses. „Kommt,“ sagt der Bauer, „ihr könnt bei uns mitessen!“ „Was gibt es denn?“ fragt Wilmar. „Reis mit Soße!“ antwortet der Bauer. Als dann jeder eine ordentliche Portion Soßenreis auf seinem Teller hat, fängt der Bauer an zu erzählen: „Übrigens, ich heiße Konrad und bin der kaiserliche Heuarbeiter für die Pferde.“ „Und warum wohnen Sie außerhalb der Stadt?“ fragt Wilmar.

„Nun, vom Ställe ausmisten und Heu hin und her tragen verdient man ja nicht sehr viel Geld! So konnte ich mir kein einziges Haus in der Stadt leisten. Also hab ich vor der Stadt mein Haus gebaut! Wenn ihr die Stadt besichtigen wollt, kann ich euch morgen mitnehmen. Aber in den Palast dürft ihr nicht rein, ab da müsst ihr dann allein weitergehen.“ „Ihr müsst aber zum Abendessen wieder da sein!“ mahnt die Bäuerin. „Das werden wir sicher!“ beruhigt sie Jan.

 

Die Fahrt in die Stadt

Den Nachmittag verbringen Wilmar und Jan damit, Reisig zu sammeln und der Bäuerin bei der Reis-Ernte zu helfen. Am Abend gibt es Süßsauer-Eintopf mit Fleisch. Dann gehen sie erschöpft schlafen. Am nächsten Morgen werden sie schon früh geweckt. „Wir müssen los!“ sagt Konrad. Auf einem alten Planwagen fahren sie los. Eine Viertelstunde später kommen sie am Stadttor an. „Was wollt ihr?“ fragt eine Wache mit düsterem Gesicht.

„Zum Palast!“ antwortet Konrad. „Den Passierschein!“ fordert die Wache. Konrad zeigt ihn vor. „OK, Weiterfahren!“ ruft die Wache. Konrad zieht die Zügel und fährt weiter. Hinter der Mauer kommen immer mehr Häuser zum Vorschein. „Hier ist es aber schön!“ findet Jan. „Das finde ich auch!“ meint Wilmar. „Warum habt ihr eigentlich nur schräge Dächer?“ fragt Jan. „Um böse Geister fernzuhalten! Geister können sich nämlich nur auf geraden Flächen bewegen.“ antwortet Konrad.

 

Trennung am Palast

Sie fahren weiter. Plötzlich taucht ein großes Gebäude vor ihnen auf. „Was ist das?“ fragt Wilmar. „Das ist der Baima-Tempel.“ erklärt der Bauer. Jan staunt: „Das ist wirklich eine schöne Stadt.“

Endlich, nach einer weiteren halben Stunde, kommen sie am Palast an. „So!“ sagt Konrad. „Jetzt müsst ihr allein weiter.“ „OK, dann bis heute Abend.“ sagt Wilmar und winkt zum Abschied. Dann geht er mit Jan davon.

 

Die Wachen kommen wieder!

Sie kommen an einer Frau vorbei, die vor einer Kiste mit komischer grauer Brühe steht. „Die macht Papier!“ erklärt Jan. Dann gehen sie weiter die Straße entlang. Doch plötzlich: „Da sind sie! Das sind die Knaben von gestern!“ Wilmar und Jan drehen sich um und kriegen einen Riesenschreck: Die Wache von gestern läuft direkt auf sie zu.

Hinter ihr folgen zwanzig bewaffnete Soldaten. Die Jungen rennen so schnell sie können. Doch die Wachen sind schneller. Sie kommen immer näher. Da passiert es: Jan stolpert und fällt hin. Wilmar will ihm aufhelfen, doch da sind die Wachen schon bei ihnen. Sie werden gefesselt und geknebelt. Dann bekommt jeder einen Schlag auf den Kopf, und sie fallen in Ohnmacht.

 

Im Gefängnis

Als Wilmar aufwacht, sieht er rund um sich nur Dunkelheit. Dann erwacht auch Jan. „Wo sind wir?“ fragt Wilmar. „Im kaiserlichen Gefängnis!“ kommt eine dunkle Stimme aus der Dunkelheit. Da entdeckt Wilmar ein kleines Gitterfenster in der Wand. Dahinter steht ein kräftiger Soldat in silbern glänzender Rüstung. Wilmar kommt an das Fenster. Dahinter ist ein langer Gang, von denen noch mehr Türen abgehen.

Vielleicht können sie irgendwie ausbrechen. Wilmar überlegt: Vielleicht könnte man sich heraus graben oder die Wand einstürzen lassen. Nein, das ist unmöglich. Wilmar will aufgeben, doch Jan erklärt: „Wenn du jetzt aufgibst, kommen wir hier nie raus! Doch wenn du daran glaubst, dann könnten wir es schaffen!“ Jans Worte klingen so aufmunternd, dass der Mut in Wilmar wieder wächst.

 

Der Priester

Plötzlich hören sie eine vertraute Stimme: „Platz da für den Priester!“ „Konrad!“ rufen beide Jungen voller Freude. „Als ich gehört habe, dass ihr von den Soldaten gefangen wurdet, bin ich sofort zum Priester gegangen und habe ihm davon erzählt. Er ist dann sofort mit mir hierher gekommen.“ erklärt der Bauer.

Der Priester öffnet die Tür zu dem Verließ. „Danke, dass du uns gerettet hast.“ sagt Wilmar zum Priester. „Das finde ich auch!“ fügt Jan hinzu. „Kommt jetzt!“ fordert Konrad sie auf, „Wir wollten doch nicht zu spät zum Abendessen kommen.“ Jan und Wilmar nicken. Dann gehen sie wieder raus auf den Hof. „Auf Wiedersehen!“ ruft ihnen der Priester hinterher.

 

Essen!

Schließlich fahren sie zurück zum Stadttor und weiter durch den Wald in Richtung Bauernhaus. „Da seid ihr ja endlich!“ ruft ihnen die Bäuerin entgegen. Wilmar, Jan und Konrad erzählen ganz aufgeregt von ihrem Abenteuer. Dann gehen sie ins Haus. An diesem Abend gibt es ein richtiges Festessen.

Nach dem Essen gehen Wilmar und Jan erschöpft ins Bett. Am nächsten Morgen stehen sie früh auf, um so schnell wie möglich zur Zeitmaschine zu kommen. Nach dem Frühstück verabschieden sich die beiden von der Bauernfamilie und gehen zur Zeitmaschine auf der anderen Seite des Waldes.

 

Hundert Jahre in einer Sekunde

Zum Glück ist sie unversehrt. Die Rückreise verläuft problemlos und so kommen sie ein paar Sekunden später wieder in Jans Küche in der heutigen Zeit an.

„Auf Wiedersehen und vielen Dank für das schöne Abenteuer!“ lächelt Wilmar und fliegt mit seinem Flugmobil davon.

 

Ende.

 

 

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